Restalkohol: Eine oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr

Bald geht sie los, die Karnevalszeit. So manch einer wird dies zum Anlass nehmen, mal wieder auszugehen und mit Freunden ein paar Bier zu trinken. Dass Autofahren im berauschten Zustand gefährlich und verboten ist, weiß jeder. Doch auch die Gefahr, die vom Restalkoholgehalt im Blut am nächsten Morgen ausgeht, darf nicht unterschätzt werden.

Karneval – eine Zeit des Feierns und der Fröhlichkeit. Auch das ein oder andere Bier wird jetzt gern gehoben. Für viele ist die Karnevalszeit die schönste Zeit des Jahres, deswegen darf es gern auch mal feuchtfröhlich zugehen. Dass das Auto im beschwipsten Zustand besser stehen bleiben sollte, weiß jeder. Stattdessen wird auf Bus, Bahn oder Taxi ausgewichen. Während sich am Abend der Feier noch die meisten brav an diese Regel halten, sieht es am nächsten Morgen schon ganz anders aus. Denn was vielen nicht so bewusst ist: Auch nach mehreren Stunden befindet sich noch ein Restalkohol-Anteil im Blut. Auch am nächsten Morgen ist die Fahrtüchtigkeit daher noch nicht ohne Weiteres wiederhergestellt. Wer trotzdem Auto fährt, gefährdet nicht nur den Straßenverkehr, sondern riskiert zudem rechtliche Konsequenzen.

Auch am Morgen danach sollte das Auto stehen bleiben

"Nach ein paar Stunden Schlaf und einer ausgiebigen Dusche bin ich wieder nüchtern" – das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Denn auch im Schlaf braucht der Körper rund eine Stunde, um 0,1 Promille abzubauen. Je nach Alkoholpegel braucht man da schon eine ganze Menge Schlaf, um wieder nüchtern zu werden. Abgesehen davon, dass ein noch berauschter Autofahrer eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellt, sind auch die rechtlichen Folgen nicht zu unterschätzen. Wer mit 0,3 Promille wegen einer unsicheren Fahrweise auffällt, der muss mit einem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Ab 0,5 Promille gibt es zusätzlich zum Führerscheinentzug noch ein beträchtliches Bußgeld und vier Punkte in Flensburg. Es lohnt sich also das Auto auch am Tag danach noch einmal stehen zu lassen. Um sich sicher zu sein, sollte ab einem Pegel von 0,15 Promille auf die Öffentlichen ausgewichen werden.

Dabei sollte auch jedem klar sein: Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Pro Jahr werden in Deutschland circa 45.000 Unfälle gezählt, die durch alkoholisierte Fahrer verschuldet werden. Jeder zehnte Verkehrstote stirbt bei einem Unfall, der alkoholbedingt verursacht wurde. Diese Zahlen sprechen für sich. Alkohol hat auf jeden Menschen ein andere Wirkung. Auch schon nach einem Drink verzerrt sich die Wahrnehmung und die eigenen Fähigkeiten werden leicht überschätzt.

Experten fordern auch für Radfahrer eine niedrigere Promillegrenze

Auch für Radfahrer fordern Politiker und Rechtsexperten inzwischen niedrigere Promillegrenzen. Bis zu 1,6 Promille dürfen Radler bisher noch aufweisen, bevor überhaupt mit rechtlichen Konsequenzen gerechnet werden muss. Beim Radfahren gibt es nämlich keinen Gefahrengrenzwert, also einen Wert, ab dessen Überschreitung man noch nicht geahndet wird, jedoch bei einer auffälligen Fahrweise zur Zahlung eines Bußgelds verdonnert werden kann. Diese enorm unterschiedliche Behandlung von Rad- und Autofahrern sei nicht objektiv zu rechtfertigen. Studien zufolge kann schon ab 0,3 Promille die Entfernung und Geschwindigkeit eines Autos nicht mehr sicher eingeschätzt werden. Ab 0,5 Promille nimmt die Sehfähigkeit ab, und ab 0,8 Promille ist die Reaktionsschnelligkeit erheblich eingeschränkt.

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